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Der Bad Nauheimer Sprudelhof
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Bad
Nauheim hat das Glück, mit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt
und bei Rhein (1868-1937) einen äußerst fortschrittlichen und
kunstbegeisterten Landesfürsten zu haben: Ihm verdankt Bad Nauheim seine
weltweit einzigartigen Jugendstilanlagen. Unter der Leitung des Großherzoglichen
Regierungsbauinspektors Wilhelm Jost kommt es zwischen 1902 bis 1912 zu
einer einheitlichen Gestaltung der Bade-, Kur- und Wirtschaftsanlagen.
Zwischen 1905 und 1912 entsteht der Sprudelhof mit insgesamt 386
Badezellen, Verwaltungsgebäuden und neuen Fassungen für die Sprudel.
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Mit
seinen reich verzierten Badehäusern, den üppig ornamentierten Wartesälen
und Schmuckhöfen zählt er zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des
deutschen Jugendstils. Schmuckhöfe und Warteräume der sechs Badehäuser
sind individuell mit zahlreichen künstlerischen Details gestaltet. Die
Ornamentik der Brunnen, Figuren und Dekore bezieht sich auf das Wasser als
gesundheitsspendende Kraft. Allerlei Meeresgetier, wie Muscheln, Fische,
Seesterne und Krebse aber auch mythische Gestalten, wie Nymphen, Nixen
oder die Rosse Poseidons bewegen sich zwischen Wellen, Kohlensäurebläschen
und sprudelnden Quellen.
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In
der Mitte der Anlage entspringen in einem großen Sprudelbecken zwei
schaumweiße Fontänen: der Große Sprudel und der
Friedrich-Wilhelm-Sprudel. Daneben der Ernst-Ludwig-Sprudel in einem von
acht Robben getragenen Becken. Jenseits des Bahnhofs errichtet man
die Maschinenzentrale mit Dampfwaschanstalt. In der Maschinenzentrale
untergebracht wird ein Elektrizitätswerk und ein Fernheizwerk, das Wärme
für sämtliche Bade- Kur- und Wirtschaftseinrichtungen liefert.
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Leider gab es im Jahre 1981 ein verheerendes Hochwasser, welches durch
den direkt benachbarten Fluss Usa verursacht wurde. Das Wasser erreichte
einen Pegelstand von über 1,20 Metern und richtete im gesamten Sprudelhof
erhebliche Schäden an. Aufgrund der immensen Kosten wurde der Sprudelhof
nur nach und nach renoviert.
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Sogar bis zum heutigen Tag sind immer noch einige Bereiche nicht renoviert. Bis vor drei Jahren war
auch Badehaus 2 der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Nur der gemeinsamen
Initiative von Stadt, Staatsbad und Theater Alte Feuerwache ist es zu
verdanken, dass das Badehaus 2 für die Öffentlichkeit wieder genutzt
wird.
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