Theater Alte Feuerwache e. V.

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Die Dreigroschenoper

 

Die Inszenierung

Die vorliegende Inszenierung verabschiedet sich vom gewohnten Bild der "Dreigroschenoper", vorbei an der einst vom "großen" Bertholt Brecht formulierten Ganoven- und Bordellromantik, hübsch eingepackt in das so oft begehrte revolutionäre Belehrungstheater. Über die gesamte Spieldauer hinweg tummelt sich jetzt in jeder Bühnenecke ein Panoptikum skurriler und schräger Gestalten. Ihre Rolle ist gänzlich einfach zu beschreiben: Sie alle leben voneinander, aber nicht miteinander. Sie bewegen sich scheinbar beziehungslos durch das Spielgeschehen. So mündet der in dieser Inszenierung stattfindende Versuch einer modernen Metropolen-Poesie in dem scharfen Aufruf "Seid furchtbar und wehret Euch!".

Die Entscheidung, ausgerechnet die "Dreigroschenoper" zu geben, stellt für das TAF eine logische Konsequenz in der Weiterführung der bisher stark programmatisch orientierten Stückauswahl dar. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der Gesellschaft, wird dieses Moment weiter kalkuliert bis hin zur (möglichen) Großstadtapokalypse. Die Menschen haben sich nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu sagen; das Leben ist nur noch ein gut koordiniertes System. Damit ist auch in diesem TAF-Stück das Individuum einem übermächtig wirkenden Apparat vorsätzlich ausgesetzt. Vorsatz ist Wissen und Wollen der Verwirklichung der objektiven Tatbestandsmerkmale.

Entgegen einer möglichen "Huren- und Räuberfolklore" verfremdet sich das Treiben auf der Bühne im epischen Sinne: Ein Spiel miteinander findet nicht mehr statt. Jede Aktrice, jeder Akteur ist umgeben von einem grotesken Bühnenbild, in dem klare Linien dominieren. Plastik und Stahl, Lack und Metall beherrschen die Umgebung, denn der Mensch ist mit sich, seinen "Mit-" Menschen und der Welt an den moralischen Abgrund gelangt: Er hat abgewirtschaftet!

Unerheblich bleibt, auf welcher Seite er steht, denn die Gesetze des Untergrunds gelten für alle. Sogar der korrupte Polizeichef wird zum Instrument des Systems.

Jedes Positiv findet (s)ein Negativ; wo Freundschaft scheint, ist Hass; wo Liebe scheint, ist Eifersucht; und wo Vertrauen scheint, ist auch Verrat. Es gewinnen diejenigen, die die Spielregeln machen: Einer wie Peachum, der sein Kapital im Verkauf von "elenden" Systemen herausschlägt, besitzt die machtvolle Fähigkeit, ganze Horden willenlos zu lenken. Und wer clever genug ist, spielt das Spiel nach eigenen Regeln mit. Aus dem schnippischen Gangsterliebchen Polly entwickelt sich die kühl kalkulierende Geschäftsfrau, die an der Spitze einer kriminellen Organisation ihre Chance kommen sieht und wahrnimmt. Um im Wohlstand leben zu können, ist der Mensch sich keines Verrats zu schlecht. Dazwischen bewegt sich "der" Macheath fast wie ein spießiger kleinbürgerlicher Filialdirektor. Alles funktioniert nur, wenn sich die andere Seite brav unterdrücken lässt. Es ist die ungeheure Größe des Elends einerseits, welche andererseits den Wohlstand und die satte Verlogenheit garantiert.

Eine so verkommene Welt verdient auch eine verkommene Theater-Inszenierung! Die eingesetzten epischen Stilmittel dienen in Gestalt der Verfremdungseffekte nicht nur der Irritation, sondern sollen vielmehr auch die eigene Wahrnehmung der endzeitneurotischen Interpretation intensivieren. Weiterhin findet die während der Inszenierung stattfindende Auseinandersetzung mit der Person Bert Brechts gegen Ende des Stücks ihren charakteristischen Gipfel.

Dabei teilt die "Dreigroschenoper" sowieso nichts mehr Geheimnisvolles mit, sondern sie erzählt ohnehin das, was jeder schon weiß, da jede Figur sich dem Zuschauer gegenüber permanent selbst entlarvt. Es wird deutlich, dass hier "nur" Theater gespielt wird. Sicherlich also keine "Dreigroschenoper", in der sich ein nach Romantik lechzendes Publikum wiederfinden kann. Es soll deutlich werden, nach welchen Gesetzen eine Gesellschaft funktioniert, denn wer arm dran ist, streckt die Hand aus.

Termine
24.11. Wann fängt Weihnachten an?
25.11. Wann fängt Weihnachten an?
26.11. Wann fängt Weihnachten an?
02.12. Wann fängt Weihnachten an?
05.12. Kindertheater-Reihe: "Frau Holle"
05.12. Kindertheater-Reihe: "Frau Holle"
06.12. Kleinkunst-Reihe: "Hereingeschneit"
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