Theater Alte Feuerwache e. V.

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Ensemble spielte mit Komik und Verve

 

"Die Dreigroschenoper" des Theaters Alte Feuerwache

Die Moritat von "Mackie Messer", beeindruckend gesungen von einem clownesk geschminkten Thorsten Reuter auf über-hohen Holzschuhen, war die erste angenehme Überraschung der Inszenierung des Theaters Alte Feuerwache der "Dreigroschenoper" von Kurt Weill und Bertolt Brecht. Und das Bad Nauheimer TAF ließ bei der Premiere weitere Highlights des zugegebenermaßen dankbaren Bühnenstoffes folgen: Gut besetzte Rollen, eine eigenwillige, aber insgesamt spannende Inszenierung, effektvolles Bühnenbild und Kostüme sowie das "Junge Sinfonie-Orchester Wetzlar" sicherten die Aufführung in allen Richtungen ab.

Die junge Truppe brachte den Welterfolg am Freitagabend auf die Bühne des ausverkauften Kurtheaters - und konnte damit selbst einen Erfolg feiern. Die Zuschauerinnen und Zuschauer deuteten schon durch immer wiederkehrenden Zwischenapplaus an, dass ihnen die Darbietung des dreistündigen Singspieles gefiel.

Brechts Theorie vom "epischen Theater", das die Bühnen-Illusion bewusst zerstören will, ist auch in der "Dreigroschenoper" angelegt. Bei Brecht soll das Publikum zu kritischen Fragen ermuntert und nicht gefühlsmäßig geläutert werden. Denn die Welt ist in Brechts Sicht in einem erbärmlichen Zustand. Jeder kämpft für sich allein ums Überleben und geht dabei skrupellos gegen andere vor. Denn "erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" lässt er seine Protagonisten singen.

Die Unterschicht ist dabei für den Autor nur das Spiegelbild der Gesellschaft, "deshalb sollte man das Unrecht nicht zu sehr verfolgen." Kurt Weill stattete das gesellschaftskritische Libretto mit eingängigen Melodien, Rhythmen und einfacher, aber gewitzter Harmonik aus.

Die TAF-Truppe versuchte - unter der Regie von Pia Nußbaum und Stefan Wendt - der Idee vom epischen Theater zu folgen und das Geschehen des Bühnenwerkes noch einmal zu verfremden. Sie entwarf das Szenario einer Großstadt-Apokalypse. Das Quartier der Familie Peachum war mit Stahlständern, an denen Plastiksäcke hingen, und baumelnden Gliedern von Schaufensterpuppen ausgestattet. Damit wollten Wendt und Nußbaum dem Publikum den "moralischen Abgrund" der heutigen Welt vor Augen stellen.

Von einer Huren- und Räuberfolklore, die so manche Inszenierung in den Mittelpunkt der "Dreigroschenoper" rückt, distanzierte sich die TAF-Theatergruppe - statt dessen weckte die Aufführung Assoziationen an zeitgenössische Musical-Inszenierungen, etwa wenn Cheerleaders (Stimmungsmacherinnen) erschienen.

Das 17köpfige Orchester unter dem Taktstock von Peter Schombert lieferte das sichere und schwungvolle musikalische Fundament der "Oper für Bettler". Sie handelt von der Liebe und Heirat von Polly Peachum, die wandlungsfähig und gewitzt von Viola Muscolo gespielt wurde, und dem Kriminellen Macheath, genannt Mackie Messer. In seine Rolle schlüpfte Eckart Winkler, der allerdings nicht so stark wie seine Partnerin agierte und mitunter schlecht zu verstehen war. Bettlerkönig Peachum, dargestellt von Robert Garmeister, der die Rolle des Kapitalisten unter den Armen plastisch und komisch darbot, und Celia Peachum - ebenso komisch wie ihr Bühnengatte - wollen die Beziehung ihrer Tochter unterbinden. Die Peachums sehen ihre Macht gefährdet.

Celia Peachum will die Huren besuchen, bei denen sich Mackie Messer gewöhnlich aufhält, den Verbrecherchef zu verraten. Hier greift Spelunken-Jenny, die Lieblingshure von Macheath, fulminant dargeboten von Valérie Nicolas, deren timbrierender Alt die ganze Lebenserfahrung der Figur zu enthalten schien, in das Geschehen ein. Sie verrät Mackie an den Polizeichef Brown - spritzig und mit ausdrucksvoller Stimme von Florian Plock in Szene gesetzt. Obgleich Mackie sein Freund ist, muss er diesen festnehmen. Im Gefängnis treffen sich Polly und Lucy, mit prallster Komik verkörpert von Martina Mischke. Ihr Eifersuchtsduett gehörte mit zu den Höhepunkten der Aufführung, die vom Publikum mit langanhaltendem Applaus und "drei Vorhängen" gewürdigt wurde.

Bärbel Kaapke, Frankfurter Rundschau, 25.06.1996

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