Theater Alte Feuerwache e. V.

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Wetterauer Zeitung

Standing Ovations von 1400 Zuschauern

 

"Theatergruppe Alte Feuerwache" (TAF) hatte Premiere mit Yaak Karsunkes "Bauernoper" im Kurtheater

Zwei ausverkaufte Vorstellungen, 1400 Besucher, Standing Ovations am Schluss - das "Theater Alte Feuerwache", kurz "TAF", setzt neue Maßstäbe nicht nur im badestädtischen Laienspielbetrieb. Neben dem "Omphalos"-Ensemble des Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasiums und dem "Theaterverein Assenheim" hat das TAF in der Region eine Spitzenposition inne. Wer am vergangenen Wochenende die Gelegenheit fand, die 30köpfige Gruppe in ihrer mittlerweile dritten Inszenierung, der "Bauernoper" von Yaak Karsunke, zu erleben, weiß warum: deutlich die Umsetzung, stark die Dialoge - und als Spannungsmotivator - dynamisch die Gesangspassagen, die die Brisanz des Themas eindringlich hervorheben.

Erzählt wird die Geschichte vom deutschen Bauernkrieg anno 1525, dem ersten Aufstand seiner Art, und dessen Niederschlagung durch den von Aristokratie und Kirche geführten "Schwäbischen Bund". Was als Ruf nach Freiheit beginnt, endet im Gemetzel. Wer von den Neueren das Kriegsgetümmel überlebt, stirbt den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen. Der Starke besiegt den Schwachen, Unrecht behält die Oberhand über der Forderung nach Gleichheit und Akzeptanz. Die Despoten bestätigen die eigene Arroganz. Eine Aussage, in Zeiten heutiger Ausländerfeindlichkeit und allgemeiner Pression gültiger denn je.

Schreiben zugunsten der Unterdrückten

Yaak Karsunke ergreift in seinem 1972 entstandenen Stück, wie bereits in seinem Erstling, der "Ruhrkampfrevue", die Feder zugunsten der Unterdrückten, gegen Bonzen und Obrigkeit. Der kleine Mann von der Straße, verlacht, verspottet, aber gerngesehener Steuerzahler, liegt dem Dramatiker weit mehr am Herzen als schönfärbende Augenwischerei. 1934 in Berlin geboren, studierte Karsunke drei Semester Jura, bis die Künstlernatur vom "Paragraphenstaub" genug hatte und für zwei Jahre Schauspielunterricht nahm.

Es folgten sieben Lehr- und Wanderjahre als Gelegenheitsarbeiter - Karsunke kennt also das Metier, über das er schreibt. Von 1965 bis 1968 war er Chefredakteur der kleinen linken Münchener Zeitung "Kürbiskern". Neben seinen beiden Dramen hat er zahlreiche Gedichte veröffentlicht. "Die Geschichte wurde von den Siegern geschrieben", sagte Karsunke zur Entstehung der "Bauernoper", "die sie verfälschten nach Belieben; dieses Stück korrigiert das gefälschte Bild." Es stellt die Bauern in den Mittelpunkt. Episches Theater" heißt das Losungswort. Für die TAF-Leute augenscheinlich ein "Kreativ-Pool". Schwarzgerahmt ist die Bühne, mit drei Gerüsten im Hintergrund. Zentriert in der Bühnenmitte zu Beginn ein Berg Getreidesäcke - die Abgaben an die Lehnsherren.

Die Bauern in Lumpen, die Adeligen in Satin

Die Bauern sind in Lumpen gehüllt, die Adligen in Rüschen und Satin (den vier Damen von der Kostümabteilung, Elke Meyfarth, Julia Effinger, Christina Klinkerfuß und Judith Wedel ein Extra-Applaus). Agiert wurde auf der gesamten Spielfläche, ein Menuett-Trio direkt an der Rampe ist nur einer von zahlreichen stimulierenden Einfällen.

Dafür zeichneten Jens Reid und Stefan Wendt verantwortlich. Nicht nur in verschiedenen Darstellerrollen überzeugten die beiden Studenten (Stefan Wendt karikierte - die Aristokratenpuppe auf die Hand gesteckt - mit schelmischer Mimik); sie hatten auch die Regiearbeit übernommen.

Da regnete es im 2. Akt die "12 Artikel der als wörtlich zu nehmenden Flugschriften" von der Empore ins Publikum herab. Da wurden die Zuschauerreihen mit ins Spiel einbezogen: Bei der Eroberung von Schloss Weinsberg nehmen die Bauern den Grafen von Helfenstein gefangen, der in der 18. Sitzreihe "residiert". (Welch ein amüsantes Bild, wenn im Zwiegespräch Parkett-Bühne sich die Köpfe der Zuschauer von vorn nach hinten und wieder zurückbewegen). Da stehen die Bauern, um Schärfe zu demonstrieren, zur verlebendigten Pfeilspitze zusammen und singen ihr Lied "Herr, erbarme Dich": getragen, monoton und doch energisch.

Gesangsteile sämtlich einstimmig gesetzt

Als traditionelle Oper freilich ist das Werk nicht zu verstehen. In der Musik des Hamburgers Peter Janssen gibt es weder einen Heldentenor noch lyrische Sopranistinnen, ausgenommen Heike Möhlen in einem elegischen Solo. Die Gesangsteile sind sämtlich einstimmig gesetzt und faszinieren gerade durch ihre Schlichtheit. Die timing-genaue Realisation lag in den geduldigen Händen von Christian Ferber. Am Klavier begleitete er den Dreiakter sicher und mit ruhiger Intonation. Ohne ihn, so Jens Reid, sei die ganze Oper nicht auf die Beine zu stellen gewesen.

Neben den Regisseuren überzeugten in weiteren Doppelrollen Eckart Winkler, Robert Garmeister, Judith Wedel, Christoph Schwab, Julia Effinger, Anja Hoffmann, Caroline Weitz und Christoph Wagner. Bereits für den 18. und 19. Juni sind die beiden nächsten Aufführungen geplant. Diesmal in Bad Langensalza, der Patenstadt Bad Nauheims. Am 26. Juni ist man dann in Ilbenstadt zu Gast. Und im Herbst geht's, wenn die Kulturämter grünes Licht signalisieren, nach Tübingen, an den Premieren-Ort der "Bauernoper" anno 1973.

Manfred Merz, Wetterauer Zeitung, 27.05.1993

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