


Zusatzaufführungen

7. - 9. Mai 2010

Premiere: 19. Juni 2010
Schwester Rose
Premiere: 04. Dezember 2010
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Premiere: 2011
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Deutsche Stärken in kritischem Licht
Die Theatergruppe TAF meldet sich zurück mit Selfmade-Kabarett und Arthur
Millers Hexenjagd
Die Theatergruppe TAF meldet sich mit einem neuen Programm zurück. Nach dem
unerwarteten Erfolg mit den viermal gespielten »Zwölf Geschworenen« von
Reginald Rose wagt man sich jetzt an die Kleinkunst heran. Am 28. Februar hat
das Kabarett »Bussi für Doris« Premiere in der Alten Feuerwache in Bad
Nauheim. Die Texte stammen aus der Feder zweier TAFler, nämlich Armin Schuster
und Götz Hofmann, der die Kabarettgruppe ins Leben rief und für die
Inszenierung verantwortlich zeichnet. Inhalt des neun Nummern umfassenden
Programms sind die typischen deutschen »Stärken« wie Ordnung und Sauberkeit,
angesichts derer öfters mal Logik und Menschlichkeit unter den Teppich gekehrt
werden. Natürlich wird die deutsche Einheit kritisch beleuchtet, auch das
Verhältnis der Einwohner einer Kurstadt zu deren Ordnungskräften und Gästen
wird angerissen. Vorhang auf für diesen bunten Abend mit Musik heißt es dann
um 19.30 Uhr, die Eintrittspreise liegen im Rahmen der Kleinkunstveranstaltungen
des Kulturamtes, die an gleicher Stelle stattfinden.
Auch sonst wird die TAF wieder aktiv. Für Oktober ist die Premiere der
Dramas »Hexenjagd« von Arthur Miller vorgesehen. Der Stamm der Truppe hat sich
mittlerweile auf 35 Leute vergrößert; neben 21 Darstellern gibt es einen
ganzen Stab von Bühnenbildnern, auch für Maske und Kostüme wird gesorgt.
Regie führt diesmal Armin Schuster, unterstützt wird die Gruppe weiterhin von
der Abteilung Jugend der Stadt Bad Nauheim. Hilfreich zur Seite stehen will den
Jugendlichen diesmal neben Schauspiellehrer Siggi Fritz auch der
Theaterpädagoge Erich Becker, der mit manch gelungener Inszenierung in Hanau
für Furore sorgt. Zuletzt stand er als Willem Voigt in Zuckmayers »Hauptmann
von Köpenick« auf der Bühne.
»Hexenjagd« gehört neben dem »Tod eines Handlungsreisenden« zu den
meistgespielten Stücken des wohl bekanntesten amerikanischen Dramatikers. Es
geht um die Auswirkungen einer Massenhysterie, die Ende des 17. Jahrhunderts die
Puritanergemeinde von Salem, Massachusetts, durcheinanderbringt. Eine Gruppe
junger Mädchen schreit Frauen als Hexen aus und trifft auf offene Ohren. Schon
bald werden persönliche Rache und Gelüste Bestandteil der Anklagen, und es
findet sich niemand, der die immer schneller rollende Lawine' aufhält: Wer
angeklagt ist und nicht bekennt, wird aufgehängt. Viele Menschen stehen vor der
Wahl: Gott verleugnen und mit einer Lüge leben - oder standhaft am Galgen
enden. Miller schrieb dieses Drama unter dem Eindruck der
Kommunistenverfolgungen in den USA durch den Senator Joseph McCarthy zu Beginn
der 50er Jahre. »Hexenjagd« hat bis heute nichts von seiner Aktualität
eingebüßt.
Jens, Wetterauer Zeitung, Februar 1991
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