Theater Alte Feuerwache e. V.

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Beengter Seelenstriptease im Schwimmbecken

 

Insgesamt gelungene Premiere dreier absurder Einakter im Usa-Wellenbad / Das Thema die menschliche Freiheit

BAD HAUHEIM. Die Erotik begann am Samstagabend an den Füßen. Und hörte damit - um es gleich vorwegzunehmen - auch schon wieder auf. Um die TAF-Premiere der beiden Einakter „Striptease" und ,Auf hoher See" von Slavomir Mrozek im Schwimmbad sehen können, mussten die rund 150 Zuschauerinnen und Zuschauer im Usa-Wellenbad sich erst einmal ihrer Schuhe und Strümpfe entledigen. Sie applaudierten am Ende trotzdem laut und lange.

Der ,absurde Theaterabend mit dem Theater Alte Feuerwache begann mit zwei mit Silberstoff überworfenen Sesseln und zwei metallischen Türen vor schwarzem Hintergrund. Die Türen öffneten sich, und zwei rot-perückige Frauen (Martina Mischke / Viola Muscolo) in hellblauen Kostümen wurden durch die Türen gestoßen. Hektisch liefen die Frauen auf und ab, skandierten eine surreale Unterhaltung und nahmen auf den Sesseln Platz. Die Sitzmöbel drehen die Frauen dabei so effektvoll hin und her wie ihre Gedanken Wie konnten sie in diesem gefängnisartigen Raum landen? Etwas ist ihnen unterwegs begegnet. Dieses „etwas" machte die beiden Protagonistinnen von „Striptease" dafür verantwortlich, dass sie vom Weg abgekommen sind. Unter der Regie von Valérie Nicolas und Pia Nußbaum begann ein spannender wie grotesker Dialog über innere und äußere Freiheit. Dennoch wirkten die Darstellerinnen bei anspruchsvoller Reflektion und zynischer Reaktion für ihre Rollen zu jung: Die Erfahrung des Nihilismus, die sie in Mrozeks Stück auf der Bühne repräsentieren, diese Erfahrung nach der das Leben ein Gefängnis sein kann, glaubt man ihnen nur bedingt.

Mit einem Prolog aus Hans Magma Enzensbergers „Untergang der Titanic", souverän gesprochen und teilweise auch plastisch gespielt von Valérie Nicolas (am Beckenrand) und Christine Külzer auf einem Floß im Becken, vertiefe die Truppe gelungen die Freiheits-Thematik.

Auf dem Floß wurde auch Mrozeks makabre Tragikomödie „Auf hoher See" von Stefan Wendt, Gunnar Bolsinger sowie Robert Garmeister{Der Schmächtige) ebenso spritzig wie beklemmend dargeboten. Die Männer, die mit ihrem Floß anscheinend im offenen Meer treiben, haben nicht mehr zu essen. Da bringt der Dicke offenbar ein Sadist, dessen Charakterlosigkeit und Heimtücke Stefan Wendt richtiggehend zelebrierte, die beiden anderen auf die Idee, einen von ihnen zu essen. Der Mittlere, von Gunnar Bolsinger ganz als munterer Mitläufer präsentiert, verbündet sich sofort mit dem Dicken.

Die Inszenierung nutzt den engen, schwankenden Untergrund äußerst kreativ: stehend, liegend, auf Fässer sitzend entstehen auf engstem Raum bewegte und bewegende Szenen, die wieder am eine nicht fassende Freiheit kreisen. Klar wird in den bizarren Situationen jedoch, dass Freiheit und Gerechtigkeit bis zur vollständigen Lächerlichkeit instrumentalisiert und zum Instrument der Machtgier werden können. 
Die Schlusspointe, als kurz vor dem Töten die verlorengeglaubten Essensvorräte gefunden werden, wurde von den Darstellern am Samstag leider zu beiläufig präsentiert.

Bärbel Kaapke, Frankfurter Rundschau, 26.05.1998

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