Theater Alte Feuerwache e. V.

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Wetterauer Zeitung

Am Ende beginnt "Zwoeys" Siegeszug um die Welt

 

Mit dem frech-bunten Musical "Der kleine Horrorladen" setzte das Theater Alte Feuerwache einen neuen Glanzpunkt

Bunt und schwungvoll, frech und peppig, (selbst-)ironisch und augenzwinkernd, schrill und grotesk kommt "Der kleine Horrorladen" daher, mit dem das Theater Alte Feuerwache (TAF) im Badehaus 2 nach der beeindruckenden Inszenierung von "Macbeth" 1999 einen deutlichen Kontrapunkt setzt. Als Film konzipiert (und von Roger Corman realisiert), hat das Musical mit der tiefgründigen Shakespear'schen Tragödie allenfalls das Hintergrundthema gemein: die Auseinandersetzung mit dem Bösen in der Welt. Der Ansatz freilich ist ein anderer. Nicht die Verstrickung der Protagonisten in Bosheit und Verrat bestimmt den Lauf der Dinge, sondern eine moderne, mit leichter Hand gestrickte und zynisch angelegte Version des Mythos vom unheilvollen Pakt zwischen Mensch und Teufel.

Das Böse zeigt sich in scheinbar unschuldiger Gestalt. Weil ohnehin keine Kundschaft kommt, hat Seymour Krelbourn, einer von zwei Angestellten im grauen Vorstadt-Laden des Mr. Mushnik, Muße, sich mit der Züchtung neuer Pflanzen zu beschäftigen. Einem Chinesen hat er (wieder einmal) eine exotische Kreuzung abgekauft, die sich nicht bestimmen lässt. Sie ist etwas Besonderes, das ahnt der naive und schüchterne junge Mann, dessen Leben bestimmt wird von zwei unerfüllbar scheinenden Sehnsüchten: nach der Liebe seiner ebenso naiven wie in ihr ausweglos wirkendes Schicksal ergebenen Kollegin Audrey (ihr zuliebe nennt er die mühsam gepäppelte Exoten-Pflanze Audrey Zwo, kurz "Zwoey") sowie nach Ruhm und Erfolg, die es ihm ermöglichen würden, die Skid Row mit all ihrer Hoffnungslosigkeit und Tristesse hinter sich zu lassen, ein neues Leben zu beginnen.

Audrey Zwo beginnt, seine Wünsche zu erfüllen. Fast magisch zieht es die Kundschaft zu dem heruntergekommenen Laden, kaum dass sie im Schaufenster ihre dicken grünen Blätter und roten Lippen zeigt. Wie in Trance bezahlen Kunden die horrenden Preise, welche der geschäftstüchtige Mushnik, die Gunst der Stunde nutzend, plötzlich verlangt. Mit dem Leben kommt ganz sichtbar Farbe in den Laden an der Skid Row. Zeitungen und Fernsehen verkünden landauf, landab die Neuigkeit von der wunderbar merkwürdigen Pflanze, die es ausschließlich dort zu sehen gibt, und lösen einen regelrechten Run aus. Ruhm und Ehre hat Seymour nun, und auch Audrey wendet sich ihm zu, zumal sie nach dem mysteriösen Verschwinden ihres "Freundes", des sadistischen Zahnarztes Orin Scrivello, dessen gewalttätige Rache nicht mehr fürchten muss.

Der Bund mit dem Satan indes hatte schon immer seinen Preis, und mit ihrem Wachsen (und ihrem wachsenden Bedarf an Blut und Menschenfleisch) wird Audrey Zwo ihrem Heger und Pfleger zunehmend unheimlich. Als sie selbst vor Andrey nicht Halt macht, ergreift Seymour die Initiative, doch zu spät. Sein Tod vereint ihn - im Inneren der Pflanze - zwar mit der geliebten Frau, aber den Siegeszug von Audrey Zwo um die Welt vermag er nicht mehr aufzuhalten.

Wie schon bei "Macbeth" wartet das TAF (diesmal unter der Regie von Stefan Wendt, die musikalische Leitung hatte Meike Friedrich) in der Inszenierung des "Horrorladens" mit originellen Einfällen auf. Naturtalent Remi Lenz schafft als lesender Jugendlicher eine Rahmenhandlung, in die der gegenüber dem Original abgeänderte Schluss integriert wird, und sorgt mit weiteren kleinen Auftritten für sichere Lacher. Mehrere Rollen spielt auch Eckart Winkler, der als singender Saufbruder besonders gefällt. Von Schwarzweiß zu Grellbunt wechseln passend zur Umgebung die unter Federführung von Gisela Fink aufwändig gestalteten Kostüme, die auch an den vier (Chor-)Girls (Silke Börstler, Anja Hoffmann, Martina Mischke, Viola Muscolo) außerordentlich gut zur Geltung kommen. Und das gelungene, für TAF-Verhältnisse fast üppige Bühnenbild entstand unter den geschickten Händen von Christian Neumeyer (Mr. Mushnik) und Gunnar Bolsinger, der den sadistischen Zahnarzt Dr. Orin Scrivello geradezu intergalaktisch cool verkörpert, während Christian Dillenburger zur Stimme von Valérie Nicolas die am Ende recht gewichtige Audrey Zwo gekonnt bewegt. Vor allem besticht jedoch das "Traumpaar" im "kleinen Horrorladen". Der leicht vertrottelte Seymour (Robert Garmeister) und die bezaubernd doofe Audrey (Carolin Cuntz) träumen den Traum von Kleinbürgers Häkeldeckchen- Idylle im gartenzwerggesäumten Vorstadt- Grün so herrlich naiv, dass das Zusehen und Zuhören eine wahre Freude ist.

Insgesamt zeigt sich das Musical als sehr überzeugende, homogene Leistung des TAF, dessen Amateurstatus man streckenweise nur an der fehlenden Schulung der durchaus ansprechenden Singstimmen erkennt. Für einige der bis April geplanten 18 Vorstellungen im Badehaus sind Karten im Vorverkauf (Buchhandlung Römer) noch erhältlich.

Hedwig Rohde, Wetterauer Zeitung, 29.01.2001

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