


Zusatzaufführungen

7. - 9. Mai 2010

Premiere: 19. Juni 2010
Schwester Rose
Premiere: 04. Dezember 2010
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Premiere: 2011
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Herausforderung gemeistert
Bad Nauheims Theater Alte Feuerwache gelingt spannende „Macbeth"-Inszenierung
/ Alle Aufführungen ausverkauft
BAD NAUHEIM. „The tragedy of Macbeth", die Tragödie von Macbeth,
gehört mit zu den meist gespielten Shakespeare Dramen. Sei es der historische
Stoff um den vermeintlich machtbesessenen Macbeth, die psychologische Tiefe oder
der moralisierende Tenor - die Darstellung menschlicher Verwirrungen anhand der
tragischen Macbeth- Figur muss vielen Schauspielern als Herausforderung gelten.
Eine Herausforderung, der sich auch das Theater Alte Feuerwache (TAF) gestellt
hat.
Zur Premiere, die im eigentlichen Sinn eine doppelte Premiere war, weil mit
„Macbeth" das TAF erstmals auf der neugestalteten Theater- und
Kleinkunstbühne selbst spielen durfte, bot das Ensemble am Donnerstag Abend vor
ausverkauftem Haus in jeder Hinsicht eine faszinierende Darstellung des
schwierigen Stückes.
Das Spiel um Gut und Böse, um Macht und moralische Verfehlungen überzeugte;
spürbar die Spielfreude der Amateurschauspieler, einige darunter, die nach
annähernd zehn Jahren Theatererfahrung durchaus als Profis bezeichnet werden
können - für sie wäre es lohnend, in ein Stimmtraining zu investiere
Viola Muscolo, die den Shakespeare Text für die Bühne bearbeitet hat, und
Pia Nußbaum, verantwortlich für Bühnenbild und Dramaturgie, haben ein
glückliches Händchen bewiesen. In einer dichten Inszenierung hat das TAF
mystisches Spiel und historischen Stoff zu einem Bühnenerlebnis werden lassen.
Absolut gelungen die sechs Hexen (im Original sind es nur drei), die in steter
Bühnenpräsenz den unaufhaltsamen Weg des schottischen Lehnsmanns Macbeth ins
sichere Verderben begleitet haben. Sie symbolisieren sowohl die verführerischen
Kräfte, die es vermochten, mit List und Hexentücke im choralen Flüsterton
einen zunächst ehrwürdigen Feldherrn in einen gierigen Machtmenschen zu
verwandeln, als auch die innerliche Zerrissenheit des Feldherren, das Hin- und
Herschwanken zwischen Gut und Böse. Gleichzeitig stehen sie aber auch für das
Schicksalhafte. In Lady Macbeth finden die „Zauberschwestern" eine
willige Mitspielerin, durch deren Habgier das Unheil seinen Lauf nimmt: Macbeth
führt aus, was von ihm verlangt wird.
Hier zeigte sich besonders die großartige Leistung der TAF-Schauspieler
Gunnar Bolsinger und Christine Külzer. Bolsinger entwickelte die Figur des
unglückseligen Macbeth, mitunter stand ihm (Bolsinger) tatsächlich der blanke
Wahnsinn im Gesicht. Deutlich wurde in ihm auch der persönliche Konflikt des
tragischen Helden, der zwischen Gut und Böse zwar noch unterscheiden, das
unaufhaltsame Schicksal aber nicht mehr abwenden kann. Macbeth findet nicht die
ersehnte Ruhe. Ebenso Christine Külzer, die als Lady Macbeth Habsucht und
Persönlichkeitsverlust deutlich auf die Bühne brachte.
Shakespeares Macbeth, ein an Monologen reiches Theaterstück in fünf
Aufzügen, fordert viel von den Schauspielern. Monologe gehören zu den
schwierigsten Parts. Und das haben die Amateurspieler wirklich phantastisch
hingekriegt. Unterstützt durch ein perfektes Bühnenbild - minimalistisch,
nahezu nur in Schwarz gehalten, das sich später in Blutrot wandelt - wie sich
parallel im Stück auch die Morde überschlagen. Toll auch die Kostüme der
Zauberschwestern und die der Feldherren Macduff, Banquo und Macbeth, deren
Hemden - je nach Schwere der moralischen Verfehlungen - in Weiß, Grau und
Schwarz abgestuft sind. „Macbeth", das ist dramatischer Theaterstoff, der
auch nach fast 400 Jahren noch immer nichts an Faszination verloren hat. Wie die
Nachfrage nach Karten beweist: Alle Aufführungen, auch die zusätzliche am 29.
Oktober, sind ausverkauft.
Susann Barczikowsk, Frankfurter Rundschau, 16.10.1999
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