Theater Alte Feuerwache e. V.

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Wetterauer Zeitung

"Was wird wohl Uschi dazu sagen?"

 

Das TAF-Ensemble begeisterte mit dem bissig-frechen Kabarettprogramm "Der Tafiator - Die Antwort blieb er schuldig"

Premieren sind meistens gut besucht, besonders wenn die Akteure ein Heimspiel haben. Aber am Donnerstagabend war der Saal in der "Alten Feuerwache" so voll, dass das nicht alles Verwandte, Freunde und Bekannte der Darsteller gewesen sein konnten, die unbedingt den "TAFiator" sehen wollten.

Noch bevor man zu grübeln begann, wer oder was sich hinter dem "TAFiator" verbirgt, ging's auch gleich richtig los. "Natur pur", eine Hymne an die deutsche Eiche. Die drei Akteure und die Aktrice "rekonstruieren" die Dreharbeiten des bekannten TV-Spots. Da muss zuerst rigoros der ganze Wald gerodet und betoniert werden, damit das vor Kreativität übersprühende Genie des Regisseurs (Stefan Wendt) eine angemessene Plattform erhält und ein zur Ikone stilisiertes Naturbild entstehen kann. Rotzfrech steigern sich die Darsteller in die überdrehte Szenerie hinein. Die Rollen sind gut verteilt, und treffsicher werden Typen gezeichnet wie der phlegmatische Skript-Boy (Götz Hofmann) und Valérie Nicolas als übereifrige Assistentin.

Die Erde wird dann auch im nächsten Sketch konsequenterweise zu Grabe getragen. Zwar parodiert Stefan Wendt den Pastor ausgezeichnet, und die Uneinsichtigkeit der Spezies Mensch wird in geträllerten Liedern der Trauergemeinde deutlich, doch fehlt es an stringenter Dramaturgie, und die moralisch unantastbare Intention wird allzu langatmig umgesetzt.

Aber das Ensemble kann auch anders. Wenn Herr und Frau Null von der "007-Reise-company" sich die Ehre geben, ist ein grandioser Höhepunkt des Abends erreicht: Da wird beobachtet, wie der Papst via Satellit den vergewaltigten bosnischen Frauen die Abtreibung untersagt. Nächste Station ist Chile, wo eine Wunderheilung ("Leberkrebs, so gefährlich wie Buttermilch") und Honeckers geschäftstüchtiges Rentnerdasein auf dem Programm stehen. Hauptattraktion ist der "Stasi-Erlebnis-Park". Als schrille, überdreht-fröhliche Animateure laufen die Darsteller zur Höchstform auf und bieten ein temporeiches Zusammenspiel. Pointe folgt auf Pointe. Frech und hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit; doch unerschrocken wird der schwierige Drahtseilakt gemeistert.

Auch Deutschland kriegt sein Fett ab, und dafür holen die "phantastischen Vier" zu einem Rundumschlag aus. Rechtsruck und neo-nazistischer Terror ist zentrales Thema. Nicht endlose Lichterketten - "wir sind ja alle so lieb" - helfen, da müssen nach Meinung der Akteure auch Politiker mehr als Gesten zeigen. Eine nicht ganz ernst zu nehmende Möglichkeit staatlicher Aufklärung in Sachen Demokratie demonstrieren sie anhand des Fernsehclips zur Aids-Aufklärung: "Was wird wohl Uschi dazu sagen?", sorgt sich der Held in dieser Version, weil er falsch, nämlich rechtsextrem gewählt hat. Hilfe kann er sich telefonisch in Bonn holen.

Parteiinterne Krisen und Regierungsquerelen werden auf dem Fußballfeld ausgetragen, was ein origineller Szeneneinfall ist, besonders wenn das heillose Durcheinander von der Tribüne aus kommentiert wird. Die "Haushaltsdebatte" wird zum Wechselgesang: Thorsten Reuter parodiert und imitiert - den Exorzismus harter Konsonanten inklusive - den Kanzler. "Dheo" muss eben seine Diät kürzen, damit aus dem "Loch (ist) im Eimer" kein Fass ohne Boden wird.

Doch die Feindbilder aus Bonn und anderswo sind für die Kabarettisten nicht abendfüllend. Mit Alwin, dem Nauheimer Hauswart, kreiert Götz Hofmann ein unverkennbares Original, das in seiner schnodderigen Art allerlei zu sagen hat. Regen Zuspruch beim Publikum findet der Vorschlag, den Kurpark zur Spielwiese zu machen, sowie spitze Bemerkungen zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl. Trotz allem ist der Heimatstadt ein Lied gewidmet, ein Spottlied auf Kurgäste und die behäbige Kulturszene der Badestadt.

Und zum Schluss kommt er dann endlich: der "TAFiator". Nicht Superman, nicht Terminator, sondern die Kanzier-Maske mit dem "Gelben Sack" unter dem Arm. "Die Antwort blieb er schuldig", denn das Problem wird vorerst in fremden Ländern - im wahrsten Sinne des Wortes - deponiert.'

Wenn das Lachen im Halse stecken bleibt

Da wird ein Kabarettprogramm nicht mit billigem Klamauk auf Kosten anderer gefüllt, sondern bissig, krass und garstig werden die Dinge beim Namen genannt, der eben manchmal nicht sehr gefällig ist. Das Lachen droht im Halse stecken zu bleiben, aber ersticken wird niemand daran, auch wenn die Puste manchmal - der oftmals frappierend einfachen, aber umso genialeren Pointen wegen - knapp wird. Dafür ernteten die vier zum Schluss frenetischen Applaus, der auch nach einigen Zugaben nicht enden wollte. Die "Szene" in Bad Nauheim und Umgebung werden sie nach den kommenden Vorstellungen wohl kräftig aufgemischt haben.

Heike Storch, Wetterauer Zeitung, 08.06.1993

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