Theater Alte Feuerwache e. V.

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Höllenfeuer auf Erden

 

TAF-Premiere: "Tarelkins Tod" als grelle Satire

BAD NAUHEIM. Die Hölle ist auf Erden. Hellrote Kulissen mit einer Collage zerfetzter Paragraphen zeigen dem Publikum im Kurtheater gleich überdeutlich, wo das Höllenfeuer brennt: In der Justiz mit ihrem unmenschlichen Beamtenapparat. Nebel wallt über die Bühne als Staatsrat Tarelkin (Stefan Wendt) mit seiner unwilligen Köchin Mavrusa (Carolin Cuntz) ein echt russisches Freudentänzchen vollführt. Der abgewirtschaftete Beamte mit der wirren Perücke will zur Lösung all seiner Lebensprobleme seinen Tod inszenieren. Außerdem möchte er mit belastenden Papieren seine Gegenspielerin, Frau General Vavarin (Valérie Nicolas mit roten Teufelshörnern) erpressen, um seine Finanzen zu sanieren. »Tarelkins Tod oder der Vampir von St. Petersburg« des russischen Dramatikers Aleksandr Suchovo-Kobylin (1817-1903) ist das aktuelle Stück des Amateurtheaters Alte Feuerwache (TAF). Es ist eine überspitzte Zustandsbeschreibung voll scharfer Gesellschafts- und Staatskritik, mit durchaus zeitlosen Zügen. Die Premiere der selten gespielten Farce am Sonntagabend wurde nach den erfolgreichen Inszenierungen der jungen Truppe in den vergangenen Jahren mit Spannung erwartet. Mit ,,Tarelkins od« (geschrieben 1857-69, wegen der Zensur im Zarenreich aber erst 1900 uraufgeführt), in der Übersetzung von Hans-Magnus Enzensberger, hat das gut eingestimmte Ensemble zweifellos ein Bühnenstück von Weltrang ausgewählt; der Autor benutzt grelle, heterogene Stilmittel und eine rhetorisch figurierte Sprache, mit der er virtuos jongliert. Dies macht die schwierige, tragikomische Groteske ausgesprochen bühnenwirksam und modern. Allerdings hatte die sehenswerte, dreistündige TAF-Inszenierung unter der Regie von Christina Karliczek, Valérie Nicolas und Michael Zgodzay einig

Längen am Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Akts. Das Ensemble hat zwar in seiner Interpretation die satirische Richtung eingeschlagen, um pathetischer Schwere zu entgehen. Dieser sicher lobenswerte Ansatz reichte jedoch nicht ganz aus, um eine durchgängig spannende Darbietung zu präsentieren. Zwar hat die Truppe nicht mit originellen, plakativen sowie sinnfälligen Stilmitteln und Andeutungen in ihrer Aufführung gespart (Farbsymbolik in Schwarz-Rot auch in den Kostümen/Tarelkin gefangen im Aktenordner, gefesselt von einem Spinnennetz/Beamte mit übergroßen Kassenbrillen lassen Assoziationen an das sozialistische Regime aufkommen). Aber einige Szenen mussten hauptsächlich von den Schauspielerinnen und Schauspielern getragen werden, was dem Ensemble nicht durchgängig gelang. Vor allem Viola Muscolo als Polizei-Inspektorin Raspljuev hatte schwer an ihrer Rolle zu tragen. Sie trat die Flucht nach vorne an und agierte ihre Figur sehr energiegeladen als hektisches Nervenbündel aus. Hier wäre weniger oft mehr gewes6n wäre. Stefan Wendt zog als charakterloser Staatsrat 4. Klasse, und als Staatsrat 3. Klasse fast alle Register des korrupten, boshaften aber lächerlichen Beamtentypus: Enorm temporeich und mephistohaft wirbelte er zwei Stunden über die Bühne. Ein Höhepunkt seines Auftritts war die köstlich dargebotene Grabrede an seinem Sarg. Valérie Nicolas konnte dazu als Generalin Varavin - trotz ihrer eher statischen Rolle als eiskalter Intrigantin - vital das schauspielerische Gegengewicht setzen

Bärbel Kaapke, Rundschau 17.06.1997

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