Theater Alte Feuerwache e. V.

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Böse Buben und derbe Ausdrücke 

Printausgabe vom 22.04.2004

Das an die "West Side Story" angelehnte Musical "Cowboys und Clowns" startet im Mai im TAF von Martin Mahler

 

Bad Nauheim. Die Erzählung, aus archaischen Wurzeln sprießend, heißt "Romeo und Julia", in modernem Gewande "West Side Story", berichtet von jungen Menschen, die auf Grund festgefahrener, ignoranter Strukturen nicht zu einander finden dürfen. Nun hat die Geschichte einen neuen Namen: "Cowboys und Clowns". Die Protagonisten heißen nicht mehr Maria und Tony, sondern Elisabeth und Marlon, die verfeindeten Bands nicht mehr "Sharks" und "Jets" sondern "Schneiders" und "Engel". Die Rede ist vom neuen Projekt der ambitionierten Schauspielertruppe des Theater Alte Feuerwache (TAF) in Bad Nauheim, welches in den Räumlichkeiten des Badehaus 2 im Sprudelhof sein festes Domizil hat.

Ein Musical, das aus den eigenen Reihen stammt, aus den Federn der hauptberuflichen Lehrerin Pia Nussbaum (34) und Viola Muscolo (27), die wiederum Assistentin der Intendanz am Gießener Stadttheater ist. In mehreren Monaten gemeinsamer Arbeit haben die beiden das Manuskript verfasst. Seit September probt das 20-köpfige Ensemble des TAF im Badehaus, um am 15. Mai bei der Premiere auf der originell mit Stahlgerüsten hergerichteten Bühne mit "Cowboys und Clowns" ein weiteres Glanzstück ihrer bislang schon beachtlichen Vereinslaufbahn abzuliefern.

Aber, warum ein neuer Aufguss der allseits bekannten Story, die recht eng an Bernsteins Großstadt-Epos angelehnt scheint? "Wir wollen eben unsere eigene Ideen verwirklichen, die auf dieses Thema ausgerichtet waren", antwortet Pia Nussbaum. "Und unser Stück ist noch näher an der Wirklichkeit dran", ergänzt Viola Muscolo. Zwar bedienen sich die beiden Autorinnen zeitgemäßer Sprache, die vor derben Kraftausdrücken nicht Halt macht, verzichten aber auf die von dem Schriftsteller Feridun Zaimoglu derart titulierte "Kanak Sprak", welche die Diktion in dem behandelten Milieu heutzutage beherrscht. Aus gutem Grund. "Die Zuschauer sollen schließlich die Texte verstehen können", argumentiert Muscolo.

Ein weiterer Unterschied dieser Adaption im Vergleich zum Asphalt-Dschungelkampf der "West Side Story": Während sich die dortigen Auseinandersetzungen nicht zuletzt anhand ethnischer Unterschiede und virulenten Begriffen wie "Ehre" entzünden, wird "Cowboys und Clowns" um eine Dimension erweitert: Um das Geschäft. Das kriminelle Geschäft der Straße. Rauschgifthandel, Schutzgelderpressung und mit was sonst die bösen Buben der Gegenwart ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Eine entscheidende Rolle immt der "Pate" des geschilderten Viertels ein, Vincent Kayser, der ein ziemlich schäbiges Spiel treibt. Dargestellt von TAF-Macher Stefan Wendt, den man ansonsten als seriösen Gesprächspartner und emsigen "Trommler" für das TAF kennt, im braunen Nadelstreifenanzug, mit Sonnenbrille und ziemlich viel Gold an den Fingern jedoch so richtig fies herüber kommt.

Reizvoll: Garniert wird das Musical von live gesungenen Pop-Songs der vergangenen dreißig Jahren. Etwa "Heroes" von David Bowie, "Behind the wall" von Tracy Chapman oder "Live to tell" von Madonna. Der Titel "Cowboys and Clowns" ist übrigens einer Liedzeile der Band "Counting Crows" entnommen: "We couldn't all be cowboys, so some of us are clowns." Cowboys wollen die Gangmitglieder sein, doch vor allem sind sie Narren, letztlich Possenreißer für Vincent. Neben dem Unterhaltungscharakter des Stücks, zielt daraufhin auch jene Essenz, die man gemeinhin mit "Moral von der Geschichte" beschreiben würde.

"Wir zeigen", erläutert Pia Nussbaum, "dass viele etwas darstellen wollen, was sie in Wirklichkeit gar nicht sind. Auch wenn sie sich noch so wild gebärden und noch so viel Schminke auftragen." Das Ende – keines mit gutem Ausgang. "Keine Perspektive für viele Akteure, eine Liebe, die keine Chance hat. Am Ende stehen die meisten wieder am Anfang."

"Cowboys und Clowns" im Badehaus 2 des Sprudelhof Bad Nauheim. Premiere am 15. Mai, 19.30 Uhr. Bis Oktober unterschiedliche Aufführungstage, zumeist samstags und sonntags. Informationen und Eintrittskarten für 12 und 8 Euro unter 06032/2525. Internet: www.taf-badehaus.

© 2004 Frankfurter Neue Presse

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