Theater Alte Feuerwache e. V.

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Das TAF feiert Premiere des Musicals "Cowboys und Clowns" – Standing Ovations für moderne "Romeo und Julia"-Story

Bad Nauheim (ihm). Am Samstagabend feierte das Theater Alte Feuerwache (TAF) die Premiere des Musicals "Cowboys und Clowns". Das Badehaus 2 war ausverkauft, das Publikum begeistert. Jubel und Standing Ovations belegten dies. In dem Stück geht es um zwei rivalisierende Straßengangs, die "Schneiders" und die "Engel". Vincent, der Pate des Viertels, lädt beide Gruppen zu seinem Geburtstag ein. Dort verlieben sich Elisabeth und Marlon auf den ersten Blick ineinander. Gabriel, Elisabeths Bruder, ist das ein Dorn im Auge: Marlon ist nämlich ein ehemaliger "Engel" [Korrektur TAF: Marlon ist ein ehemaliger „Schneider“] und Freund seines größten Feindes Wolf, dem Anführer der gegnerischen Gang. Es kommt, wie es kommen muss: Im Streit erschießt Gabriel Wolf, daraufhin ersticht Marlon Gabriel. Während Elisabeth dem Mörder ihres Bruders verzeiht, sinnt Roxane, Gabriels trauernde Freundin, auf Rache. Das tut auch "Engel" Jerrit: er erschießt Marlon.

"Jeder kennt sie, diese Geschichte...", schreibt das TAF-Theater in seinem Programmheft zum Stück "Cowboys & Clowns". Hier ist die Rede vom Mann aus Stratford (Shakespeare), der vor über 400 Jahren die "vollkommene, aber unmögliche Liebe" erfand – Romeo und Julia. Seitdem habe "der Stoff unzählige Adaptionen für Bühne und Film erlebt und überlebt. Immer ist es die gleiche Geschichte und jedes Mal eine andere. Nun wird sie vom TAF erzählt und gesungen." Leonard Bernstein brachte 1957 eine moderne Version des 400 Jahre alten Stoffs auf die Bühne, die "West Side Story". Der Text von "Cowboys und Clowns" stammt aus der Feder der Regisseurinnen des TAF, Viola Muscolo und Pia Nussbaum, er ist lebendig und formvollendet geschrieben. Der Plot erinnert nicht nur an Romeo und Julia, sondern auch ein wenig an Bernsteins Werk – eine "Wetterau Side Story" also. Bei der Musik handelt es sich um Popsongs aus den vergangenen drei Jahrzehnten; die musikalische Leitung liegt bei Thomas Leichtweiß und Pia Nussbaum.

Angesichts der spannenden Story und der mitreißenden Musik war Unterhaltung garantiert. Zwanzig Darsteller füllen mehr oder weniger gleich große Rollen aus. Schauspielerisch machten alle Mitwirkenden ihre Sache gut, was vor allem angesichts der Tatsache gilt, dass sich die Rollen der Gangmitglieder teilweise ähnelten. Dadurch war es für einige Mimen zwangsläufig schwer, mit individuellem Profil herauszutreten. Gesanglich stachen einige Stimmen hervor, andere sind schulungsbedürftig.

Sechs Darsteller lieferten beachtliche Debüts, beispielsweise Ingrid Banciu als Romy. Überzeugend spielte sie ein weibliches Gangmitglied, abgebrüht, schnodderig und dennoch sympathisch. Mit herrlich verächtlichem Augenaufschlag würzte sie die Dialoge mit abschätzigen Kommentaren. Oder Philipp Höck, der sich als Marlon in die Herzen der Zuschauer spielte. Er faszinierte  durch sein einfühlsames und kraftvolles Spiel. Auch trat er durch seinen ebenso volltönenden wie schmelzenden Gesang hervor, der zu Beginn noch ein wenig unsicher war, sich während des Spiels aber zu großer Virtuosität steigerte. Sinan Sert nahm als Gabriel Raum ein. Meisterhaft lebte er sich in dessen Angriffslust und Selbstgerechtigkeit hinein. Mit funkelnden Augen und wutverzerrtem Gesicht gehörte er zu denjenigen, die der Aufführung Tempo verliehen. Gunnar Bolsinger ist einer der Darsteller, die man bereits kannte. Er stellte ein starkes Pendant zum Gabriel dar. Hitzig und kämpferisch zugleich, dosierte er seine Rolle exakt.

Spiel zwischen Glück und Hoffnungslosigkeit
Einen Glanzpunkt setzte die Leuchtkraft Hanna Binders, die als Elisabeth brillierte. Leicht und sicher manövrierte sie "Liz" durch verschiedenste Gefühlsschattierungen: Glück, Wehmut und Hoffnungslosigkeit. Ihre gesangliche Leistung war bemerkenswert: Mit wundervoller, ebenso zart tönender wie satter Stimme entzückte sie die Gäste. Silke Börstler war eine großartige Roxane. Temperamentvoll fegte sie über die Bühne, wobei sie sich auf grandiose Weise zunächst in die Lebenslust und später in die Verzweiflung einer rachedurstigen Frau versetzte. Erstklassig war ihre Interpretation des Hits "Live to tell", den sie und Hanna Binder vortrugen.

Des Weiteren wird Christian Neumeyer in Erinnerung bleiben, der einen verbitterten und zornigen Jerrit spielte. Neumeyer fiel unter anderem durch seinen fantastischen Solopart beim Song "Gangsters Paradise" auf, den er mit starker, rauchiger Röhre darbot. Unter vortrefflichem Einsatz von Mimik und Gestik vermittelte Anja Helmig das äußerlich kalte, entseelte Element der Rita. Blass, müde und verlebt geschminkt und dabei energisch: eine raue Schale, hinter der sich ein weicher Kern verbirgt.

Stefan Wendt (Vincent) bestach durch große Bühnenausstrahlung. Angetan mit "Brillis" und Nadelstreifenanzug schlüpfte er in die Figur des aalglatten, bösen und majestätischen Paten. Als gute Besetzung diverserer kleinerer Rollen sollen stellvertretend Martina Mischke (Trish) und Sandra Meißner (Livi) genannt werden. Beide verliehen den nicht ganz einfach zu spielenden Parts der "untergeordneten" Gangmitglieder eine eigene Prägung. Überzeugend spielten sie charaktervolle Frauen und agierten mimisch ebenso stark wie das Valerie Nicolas (Pearl) auf ihrem Sektor tat: Sie trat nur als Sängerin auf.

Übrigens: Der Buchhändler Hermann Römer ist ebenfalls unter die Schauspieler gegangen. Das zeigte sich bei einem anfangs eingeblendeten Werbespot, in dem ihn zwei "Engel" vermeintlich bedrohen, letztlich aber nur das Kinderbuch "Die Raupe Nimmersatt" wollen. Apropos "satt": Auch Hungrige kamen bei der Premiere auf ihre Kosten. Im Anschluss an die Aufführung gab es Getränke und ein Buffet – eine Einladung, die die Gäste gerne annahmen.

 

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Copyright © Wetterauer Zeitung 2004
Dokument erstellt am 17.05.2004 um 00:00:00 Uhr

 

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