† Unser Freund - Hugo Burgert (05.11.1936
- 27.04.2002) †
Bad Nauheim, 27.04.2001
Wir – das Ensemble des TAF – bedauern zutiefst
den Verlust unseres ältesten aktiven Mitgliedes Hugo Burgert. Mit
ihm verlieren wir einen der beliebtesten und treuesten Weggefährten, den das
TAF je hatte.
Es ist erst anderthalb Jahre her, als wir ihn zum ersten Mal
kennen lernten. Damals waren wir mit unserem „Kleinen Horrorladen“
in eine heftige musikalische Misslage geraten. Hugo war unsere letzte
Hoffnung – und er ließ uns nicht im Stich, so wie er eigentlich
nie jemanden im Stich ließ!
Durch seine unkomplizierte, nette und freundliche Art, half er
uns, wieder Boden unter unsere Füße zu bekommen. Seine musikalischen
Interpretationen und Ausarbeitungen der Songs waren mit soviel liebevoller
und sorgsamer Detailarbeit gespickt, dass sie zum absoluten Hochgenuss
und Glücksfall für das Projekt wurden.
Doch Hugo half uns nicht nur von Gießen aus. Er kam fortan auch
zu unseren Proben, bei denen es aufgrund der Größe des Projektes
manches Mal emotionalen Unmut gab. Ab dem Moment seines Mitwirkens,
gab es immer jemanden, der im richtigen Augenblick die richtigen
Worte zu finden wusste – und das war Hugo.
Er war eine Seele von Mensch, der sich nicht zu verstellen brauchte.
Er war immer offen und gelassen und hatte für jeden von uns ein
offenes Ohr. Es war toll in seiner Gegenwart zu erfahren und zu
spüren, wie sehr ihm unser künstlerisches Engagement gefiel. Er
zeigte uns seine Begeisterung und machte uns dadurch solchen enormen
Mut, dass wir mit einem nie zuvor da gewesenem Selbstbewusstsein
und Gemeinschaftsgefühl in die Aufführungen gingen.
Musik wurde für uns zusammen mit Hugo zu einem Traum – ja, vielleicht
auch zu seinem Traum. So jedenfalls empfanden wir sein musikalisches
Mitwirken bei unserer „Flaschenpoesie“, bei der er auch erstmals
als Gastdarsteller aktiv mit auf unserer Bühne stand.
Hugo ging mit uns – wie ein Kumpel – durch dick und dünn, feierte
nach fast jeder Aufführung mit, ging mit uns Schnitzelessen und
begleitete uns sogar noch an Silvester zusammen mit seiner lieben
Frau
Barbara persönlich mit ins Neue Jahr.
Es ist für uns alle unfassbar, dass er von nun an nicht mehr
bei uns ist und durch unsere, stets für ihn offenstehende Badehaus-Tür
in Bad Nauheim schreiten wird. Doch wir werden unseren Hugo niemals
vergessen. Zu vieles hat er für uns getan und zu sehr wurden wir
von seiner Person bewegt. Er wird uns fehlen! Aber wir sind uns
sicher, dass sein strahlendes Antlitz überall und besonders bei
uns, im Badehaus, für immer zu spüren sein wird.
In Liebe und tiefer Trauer
TAF - Theater Alte Feuerwache
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