Theater Alte Feuerwache e. V.

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Aus für städtisch geförderte Kleinkunst im Badehaus

 

Bad Nauheimer Bürgermeister Bernd Rohde setzt auf Matineen im "Überflieger" / Verein TAF übt harsche Kritik

Das Badehaus 2 im Bad Nauheimer
Sprudelhof hat sich zu einer gut be-
suchten Kleinkunstbühne entwickelt.
 Die Stadt will nun die Veranstal-
tungsreihe dort einstellen.

(Bild: Herbert)

Die seit 13 Jahren etablierte Kleinkunst-Reihe des Bad Nauheimer Kulturamtes wird 2003 eingestellt. Stattdessen will Bürgermeister Bernd Rohde (CDU) Matineen mit Stephan Bauer in der Brasserie "Überflieger" fördern. "Das ist ein Affront", schimpft Stefan Wendt vom Theater Alte Feuerwache. Rohde gefährde die Existenz der Kleinkunstbühne im Badehaus 2.

BAD NAUHEIM. Ganz entspannt ließ Bernd Rohde die Bombe platzen. Bei einem Kaffee im "Überflieger" verkündete der Bürgermeister und Kulturdezernent das Aus für die städtische Kleinkunstreihe im Badehaus 2 des Sprudelhofs. In diesem Jahr lässt er sie noch über die Bühne gehen. Doch 2003 sei Schluss. Denn die Stadt unterstütze ab sofort die Reihe "Stephan Bauer & andere Überflieger" in der Brasserie von Silke Rossbach und Volker Lüdke in der Trinkkuranlage.

Mit der Kleinkunst-Rochade brüskiert Rohde seinen eigenen Kulturamtsleiter Johannes Lenz. Der hat vor 13 Jahren die kommunale Kleinkunst-Reihe ins Leben gerufen - zunächst war sie in der Alten Feuerwache zu Hause, seit März 1999 im umgebauten Badehaus 2. Dort kam sie so gut an, dass die zehn Gastspiele stets ausverkauft waren und nun immer an zwei Abenden stattfinden. Still saß Johannes Lenz auf seinem Stuhl, während sein Chef das Aus verkündete. Die Badehaus-Reihe habe ein anderes Publikum als der "Überflieger" und laufe im Abonnement hervorragend, sagte Lenz noch und ging dann still aus dem Raum. Es steht ihm nicht zu, seinem Chef die Leviten zu lesen.

Stefan Wendt, Vorsitzender des Vereins Theater Alte Feuerwache (TAF), schlägt dagegen scharfe Töne an. "Eine Riesenschweinerei", schimpfte er, als ihm die FR gestern die Nachricht überbrachte. Bernd Rohde hatte den Betreibern der Badehaus-Bühne nichts vom Rückzug der Stadt gesagt. "Rohde wird das TAF in heftigste Turbulenzen reißen", klagte Wendt. Bei den städtischen Kabarett- und Musikabenden bewirtet die Gruppe die Besucher im "Tafé". Die Einkünfte seien wichtig, damit die renommierte Theatergruppe (sie hat 2001 den mittelhessischen Kulturpreis bekommen) ihre Inszenierungen bezahlen kann. 2001 habe die TAF-Truppe 40 000 Mark für eine neue Bestuhlung aufgetrieben. Wenn ab 2003 die Kleinkunst ausfällt, werde das von der Stadt gemietete Badehaus 2 um ein Drittel weniger ausgelastet sein, warnte Wendt gestern. "Damit wird bürgerschaftliches Engagement ad absurdum geführt!"

Warum verlegt Bernd Rohde die Kleinkunst vom Badehaus in den "Überflieger"? Weil hier "hohe qualitative Leistungen im Bereich der Kleinkunst entstanden sind", sagte der 64-Jährige, der das Kulturressort erst im September 2000 vom langjährigen Stadtrat Klaus Beier an sich gezogen hatte. Er, Rohde, wolle "das, was auf privater Ebene vorhanden ist, unterstützen. Wir wollen nichts Beliebiges einkaufen, sondern eine Initiative aus der Stadt heraus unterstützen."

Stefan Wendt vermutet andere Gründe für Rohdes Manöver: "Es geht ihm doch nur darum, die eigenen Ausgaben runterzufahren!" Der Bürgermeister mochte am Dienstag nicht sagen, wie viel Geld er für die sechs Sonntags-Matineen mit Stephan Bauer im "Überflieger" aus der Stadtschatulle gibt. Es dürfte weniger sein als der bisherige Etat für die städtische Kleinkunstreihe. Unter dem Posten "Veranstaltungen" verfügte das Kulturamt bisher über 230 000 Mark per anno. Das könnte die plötzliche Gunst Rohdes für Volker Lüdke erklären, meint Stefan Wendt. Lüdke habe zuvor geklagt, dass der Magistrat das Kulturprogramm des "Überflieger" überhaupt nicht fördere.

Die TAF-Leute waren gestern noch damit beschäftigt, ihren Schock zu verdauen. Demnächst werden sie wohl versuchen, Rohde zur Rücknahme der Kleinkunst-Streichung zu bewegen. Man darf gespannt sein, ob sich die Bad Nauheimer Polit-Fraktionen des Themas annehmen.

Im Badehaus 2 läuft derweil die letzte Kleinkunstreihe vor ausverkauften Stuhlreihen. Für die "Trommelrufe" mit Gerd Fellner und Conny Kellner ist heute Abend kein Ticket mehr zu bekommen. Es folgen zwei "Newspeak"- Abende mit dem Kabarettisten Ingo Börchers am 13. und 14. März. Wer sich sputet, kriegt jetzt vielleicht noch Karten für jeweils zwölf Euro.

Klaus Nissen, Frankfurter Rundschau, 21.02.2002

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