


Zusatzaufführungen

7. - 9. Mai 2010

Premiere: 19. Juni 2010
Schwester Rose
Premiere: 04. Dezember 2010
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Premiere: 2011
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Kleinkunstmekka oder Krieg?
Stadt unterstützt „Überflieger" - TAF sauer auf Bürgermeister
Zum Publikumsmagneten ist die Kleinkunstreihe des städtischen Kulturamtes Im
Badehaus 2 in den vergangenen Jahren avanciert. Bekannte Comedians gaben lokalen
Größen der gespaltenen Zunge die Klinke in die Hand. Für die „Theatergruppe
Alte Feuerwache" (TAF), die im Badehaus auch ihre Theateraufführungen mit
großem Erfolg durchführt, war die Bewirtung der Gäste dieser Kleinkunstreihe,
die über Zuspruch nicht klagen kann, ein willkommenes Zubrot. Der Verein
finanzierte dadurch einen Teil seiner Inszenierungen. Im vergangenen Jahr wurde
TAF mit dem mittelhessischen Kulturpreis ausgezeichnet. Jetzt scheint für die
städtische Kleinkunstreihe das Aus gekommen zu sein. Sie wird ab 2003
abgesetzt.
Stattdessen unterstützt die Stadt Bad Nauheim ab sofort die etwas andere
Kleinkunst- und Kabarettreihe-Reihe „Stephan Bauer & andere
Überflieger". Der bekannte Kabarettist Stephan Bauer hat sich In Bad
Nauheim niedergelassen und sieht in der, in der Trinkkuranlage etablierten, „Brasserie
Überflieger" seine Hausbühne. In sechs Matineen (sponsored by Stadt Bad
Neuheim) sollen Kabarettgrößen der deutschen Kleinkunstszene auftreten.
Moderiert werden die Veranstaltungen, in denen die Künstler als
Überraschungsgäste präsentiert werden, von Stephan Bauer. Erstmals lädt der
„Überflieger" am kommenden Sonntag um 10.00 Uhr zum Kleinkunst-Frühstück
mit deutsch-toskanischen Schmankerln ein, in dessen Verlauf Bauer (un)bekannte
Kollegen vorstellen will.
Erstmal sind allerdings die Leute der TAF-Gruppe sauer auf den
Bürgermeister, der mit seiner Entscheidung die Theatergruppe vor große
Probleme stellt. TAF-Chef Wendt spricht in der Frankfurter Rundschau von einer
„Riesenschweinerei". Zwar ist die Reaktion verständlich, doch sollte aus
dieser Maßnahme kein Nauheimer Kleinkunstkrieg entstehen. Vielmehr sollte man
darüber nachdenken, ob nicht beide Bühnen aufrechterhalten werden können und
somit die Stadt die Chance erhält zum Kleinkunstmekka aufzusteigen. Konkurrenz
belebt das Geschäft und wer die Kleinkunst liebt, dem ist bekanntlich egal, wo
er sich kapputtlacht. Hauptsache es passiert oft. Erbost reagieren allerdings
einige Bad Nauheimer Gastronomen, die in der Maßnahme eine Bevorteilung des „Überflieger"
sehen. Zwar erkennt man an, dass die Kollegen in der Trinkkuranlage ein
kulturell hochwertiges Programm bieten, man aber selbst seit Jahren einen nicht
zu verachtenden Beitrag zum kulturellen Leben in Bad Nauheim beiträgt, der
zudem ausschließlich in Eigenregie finanziert wird. Angesprochen seien hier
nicht nur die Marktplatzfeste.
Auch riefen uns am gestrigen Donnerstag Immer wieder Bad Nauheimer an, die zu
den Dauergästen Im Badehaus 2 gehören. Gäste, die auch die Aufführungen des
TAF besuchten und sauer auf die Absetzung der Kleinkunstreihe im Sprudelhof
reagierten. „Das darf doch wohl nicht wahr sein. Die sollen lieber dafür
sorgen, dass dort noch mehr Leute die Möglichkeit erhalten, diese
Super-Veranstaltungen zu besuchen. Auch im Überflieger gibt es tolle
Veranstaltungen, warum kann das nicht nebeneinander laufen?" - sagte uns
eine eingefleischte Bad Nauheimer Szene-Gängerin.
In der Tat scheint die Meinung der Kleinkunstfans in der Wetterau in eine
Richtung zu gehen: Comedy wenn möglich an allen Ecken und Enden der Stadt.
Da wäre ein Geheimtipp angebracht: Besuchen Sie doch mal eine
Stadtverordnetenversammlung. Sie werden begeistert sein. Spaß beiseite: Der
Bürgermeister hat sich, und vor allen Dingen den kulturdürstenden Bürgern,
mit seinem Schnellschuss keinen Gefallen getan und nur Unruhe gestiftet. Man
darf dennoch hoffen, dass alle Beteiligten sich ihrer Chance bewusst sind und
endlich einmal gemeinsam zeigen, dass Bad Nauheim mehr zu bieten hat, als alte
Badewannen. Und die Stadt sollte ihre Unterstützungspolltik doch noch mal
überdenken. Es soll auch andere Geschmäcker geben.
Bad Nauheimer Stadtzeitung, 22.02.2002
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