


Zusatzaufführungen

7. - 9. Mai 2010

Premiere: 19. Juni 2010
Schwester Rose
Premiere: 04. Dezember 2010
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Premiere: 2011
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TAF beunruhigt über Rohdes Alleingang
Wendt: Ende der Kleinkunstreihe im Badehaus 2 beeinträchtigt
auch Theaterarbeit - Offener Brief an Rathauschef
Bad Nauheim (bk). Mit »Verwunderung und Beunruhigung« haben
die Verantwortlichen des Theaters Alte Feuerwache (TAF) die Entscheidung der
Stadt zur Kenntnis genommen, die überaus erfolgreiche Kleinkunstreihe im
Badehaus 2 des Sprudelhofs im kommenden Jahr nicht mehr fortsetzen zu wollen.
Bürgermeister Bernd Rohde, der auch für die Kultur in der Kurstadt zuständig
ist, hat entschieden, stattdessen ein vergleichbares Angebot zu unterstützen,
das in der Brasserie »Überflieger« in der Trinkkuranlage geplant ist (wir
berichteten). »Kein Mensch hat mit uns darüber gesprochen«, sagte
TAF-Vorstandsvorsitzender Stefan Wendt gestern im Gespräch mit der WZ. Falle
die Kleinkunstreihe weg, sei letztlich die Existenz des Badehauses 2 als
Spielstätte insgesamt gefährdet - das TAF führt dort seit März 1999 seine
Theaterstücke auf. Wie gestern zu erfahren war, wurde nicht nur der Vorstand
des Theater-Vereins von dem Beschluss überrascht, auch das städtische
Kulturamt war im Vorfeld offenbar nicht mit in den Entscheidungsprozess
einbezogen.
Wendt und sein Stellvertreter Christian Neumeyer haben sich
gestern mit einem offenen Brief an Rohde gewandt, um ihrer Besorgnis Ausdruck zu
verleihen. Wie es darin heißt, sei 1998 ein Konzept erarbeitet worden, das im
Wesentlichen auf einer Kooperation von TAF und Stadt basiere. Das Kulturamt
betreibe die Kleinkunstreihe, das TAF führe seine Stücke auf. »Wir sprechen
die gleiche Zielgruppe an. Somit können wir beispielsweise bei
Kabarett-Besuchern erfolgreich für unser Programm werben«, machte Wendt
gegenüber der WZ deutlich, welche Vorteile das bisherige Zusammenspiel im
Badehaus 2 hat. Sowohl die Kleinkunstreihe als auch die TAF-Theaterstücke seien
stets ausverkauft gewesen, was eindeutig für das Konzept spreche. »Wird die
Kleinkunstreihe eingestellt, schneidet man einen Hauptast ab, und das Profil der
Spielstätte Badehaus 2 verliert ein wesentliches Merkmal«, betonte Neumeyer.
Das Badehaus 2 wurde 1998 von der Stadt gemietet. Das TAF ist
Untermieter, zahlt allerdings keinen festen Betrag, sondern kümmert sich um den
Erhalt und den Ausbau des Gebäudes. Bei Theateraufführungen wird eine Summe an
das Staatsbad abgeführt, die vom jeweiligen Umsatz abhängig ist. Außerdem
betreiben Mitglieder des Theaters Alte Feuerwache, das im letzten Jahr mit dem
Mittelhessischen Kulturpreis ausgezeichnet worden war, im Badehaus das »TAFé«.
Der Verkauf von Speisen und Getränken bei allen Veranstaltungen macht einen
wesentlichen Teil der Einnahmen des renommierten Amateurtheaters aus. Werden die
zehn Kleinkunst- Veranstaltungen pro Jahr gestrichen, sinken naturgemäß die
Erlöse, die das TAF zum Überleben dringend benötigt.
Verärgert über die Vorgehensweise des Bürgermeisters ist das
TAF-Ensemble auch deshalb, weil die Vereinsmitglieder nach Angaben Wendts rund
3000 Arbeitsstunden und 25 000 bis 30 000 Euro in das Badehaus investiert haben
- im Vertrauen auf eine langfristige Kooperation mit Stadt und Staatsbad. 2001
hatte das TAF unter anderem eine erfolgreiche Spendenaktion gestartet, um die
Bestuhlung erneuern zu können.
Wie es in dem offenen Brief an Rohde weiter heißt, treffe die
Entscheidung zugunsten der neuen Kleinkunstreihe im »Überflieger« das TAF zu
einem »besonders sensiblen Zeitpunkt«. Im Augenblick bemühe sich der Verein
nämlich darum, Spender und Sponsoren für das nächste künstlerische Projekt
zu finden. Nach den Worten Wendts hat das TAF bislang gut mit den privaten
Betreibern des »Überflieger« kooperiert. »In Sachen Kleinkunst könnten wir
uns durchaus eine Nutzung des Badehauses 2 und der Brasserie vorstellen«, sagte
Wendt. Bestimmte Kleinkunst-Angebote könnten im »Überflieger« ohnehin nicht
realisiert werden, weil die dortige Bühne kleiner sei als die im Badehaus.
Wendt und Neumeyer hoffen auf ein Umdenken Rohdes, zumal das Badehaus für das
TAF die einzig mögliche Theaterspielstätte sei. Das Kurtheater komme aus
finanziellen Gründen nicht in Frage, und andere geeignete Räumlichkeiten seien
nicht vorhanden.
Über die Gründe für die Entscheidung Rohdes, der gestern nicht zu
erreichen war, kann nur spekuliert werden. Die städtischen Finanzen dürften
eine Rolle spielen. Vermutlich muss die Stadt für ihre Beteiligung an der neuen
»Überflieger«Reihe weniger Geld zahlen als für das Angebot im Badehaus 2.
Weiteres Argument: Wahrscheinlich geht die Trinkkuranlage im Zuge der
Staatsbad-Kommunalisierung und -Privatisierung in städtischen Besitz über,
während der Sprudelhof Eigentum des Landes bleiben soll. Die Stadt muss bei der
Nutzung des Badehauses 2 somit auch künftig Miete zahlen, in der Trinkkuranlage
dagegen entfallen diese Kosten.
Wetterauer Zeitung, 22.02.2002
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