


Zusatzaufführungen

7. - 9. Mai 2010

Premiere: 19. Juni 2010
Schwester Rose
Premiere: 04. Dezember 2010
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Premiere: 2011
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Schwüle Klischees
Konnie Kellers Trommelrufe verhallten im Badehaus 2
BAD NAUHEIM. Bedrückte Atmosphäre im Badehaus 2: Die Nachricht, Bürgermeister
Bernd Rohde wolle die erfolgreiche städtische Kleinkunstreihe im frisch
renovierten Badehaus im Sprudelhof absetzen, hatte die Stimmung unter vielen
Anwesenden getrübt. Den angeknacksten Abend konnten auch die
"Trommelrufe" von Konnie Keller nicht retten. Die musikalische Reise
der sympathischen "Chattin" führte zwar an die exotischen Orte des
Salsa, Rumba und Cha-Cha - doch wollte der Funke lateinamerikanischer
Lebensfreude einfach nicht überspringen. Der Versuch, auf der Buena-Vista-Welle
mitzuschwimmen, strandete.
Auch wenn die Trommeln der zarten Blondine mit den schwarzen Netzstrümpfen
einen Rhythmus versprachen, "bei dem jeder mit muss", fehlte ihr auf
der Bühne das typische Salsa-Feeling und die Trommelrufe blieben unerhört. Zu
süß, die hin gehauchten Texte über Liebe, Leidenschaft und
"schoko-braune" Männer, zu tief der Griff in die Klischeekiste der
verbalen Erotik. An "Antonios Nüssen" findet nun wirklich nicht jede
und jeder Geschmack.
Wenn auch Konnie Keller die Lacher der "Backsektion" (im Publikum)
das eine oder andere Mal auf ihrer Seite hatte, reichte sie bei den gesungenen
Passagen einfach nicht an die Leistungen einer Chanson- oder Jazzinterpretin
heran. Schade, denn als Erzählerin, als Conférence, gelang es der Künstlerin
durchaus, einen roten Faden zu spannen und ihre Zuhörer auf unterhaltsame Weise
an verschiedene Schauplätze zu führen - zu musikalischen Fundstücke zwischen
Nostalgie und Zeitgeist.
Manch einer erinnerte sich an 1995, als Konnie Keller mit "Karacho um
den Nierentisch" das Publikum im Badehaus 2 in ihren Bann gezogen hatte.
Damals begleitete Andreas Moschner die Solistin am Klavier. Auch diesmal befand
sich Konnie Keller in guter Gesellschaft. Swing, Cha-Cha, Salsa und Rumba ist
mehr als die schwüle Hitze in "nächtlichen Bars und sonnigen Plätzen"
- es ist vor allem "Ritmo". Den hatte der Mann an den Trommeln
zweifellos. Tom Nicholas (Drums), Christoph Paulssen (Bass) und Gerd Göb
(Piano) brachten nicht nur in "Komm zu mir" den Vulkan zum Ausbruch.
Durch ihr gelungenes Spiel blieb auch die Aufforderung "Vamos pa la
Rumba" samt der Trommelrufe nicht unerhört.
Die nächste Veranstaltung des Kulturamtes im Badehaus 2: Am heutigen
Dienstag, 26. Februar, 10 und 15 Uhr, läuft das Kindertheaterstück "Die
Geschichte vom guten Wolf".
Susann Barczikowski, Frankfurter Rundschau, 26.02.2002
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