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Die Amateure zeigen auch „Gefährliche Liebschaften". |
(Bild: Winfried Eberhardt) |
Die Organisatoren der Theatertage sind selbst Amateure: Seit 1993 veranstaltet das „Hist(o)erische Theater" das Festival, das 1983 von der Stadt initiiert und zehn Jahre lang von ihr getragen worden war; heute gibt es „nur" noch eine finanzielle Unterstützung, immerhin 30.000,- Euro. Auf dem Programm stehen in diesem Jahr 18 Aufführungen von 17 Ensembles, zu sehen sind sie auf fünf verschiedenen Bühnen in Hanau.
Eröffnet werden die „Internationalen Amateurtheatertage" am Mittwoch, 2. Oktober, 19 Uhr, im Keller des Olof-PalmeHauses in Kesselstadt mit einem Stück von Bodo Kirchhoff: "Der Ansager einer Stipteasenummer gibt nicht auf". Gespielt wird das schräge Werk über einen aus den Gleisen geratenen Menschen vom Theaterprojekt „Grauzone" aus Viersen. Um sexuelle Neurosen, unterdrückte Gewalt und Alkoholexzesse in einem Mietshaus geht es in Werner Schwabs Schauspiel "Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos", das in einer Inszenierung des„VoIXtheaters Bambule" aus Gießen zu sehen ist.
Das Seniorenkabarett "Graue Zellen" aus Berlin kommt mit einem selbst geschriebenen Programm nach Hanau: "Blauer Büffel" heißt es und nimmt die Probleme und Träume kleiner Leute aufs Korn - zu sehen am Donnerstag, 3. Oktober. Am gleichen Tag spielt die Gruppe „Marimotz" aus Frankfurt Gedichte, Balladen, Lieder, Sketche unter dem Titel: "Von Menschen und Helden". Im Comoedienhaus Wilhelmsbad präsentiert der „English Theatre Club" aus Hanau die Komödie "Mr. Whatnot" von Alan Ayckbourn; diese „Hommage an die alte Stummfilmzeit" soll selbst für Leute mit geringen Englischkenntnissen geeignet sein. Auch ein türkisches Ensemble ist an diesem Tag zu sehen: „Istanbul Golge Oyunculari" mit dem Märchen "Verliebte Wolke", ein Schattenspiel mit Musik.
Kindertheater steht am 4. Oktober auf dem Spielplan: Das „Theater ohne doppelten Boden" aus Gießen zeigt dort "Die Kanincheninsel" von Heiner Kondschak. Stammgast bei den Amateurtheatertagen ist das niederländische Theater „Kruimels", diesmal mit "anders of niet", ein Bewegungstheater über einen Mann, dessen hohe Intelligenz ihn sozial isoliert. Ödön von Horváths Schauspiel "Kasimir und Karoline", ein bitteres Volksstück, wird gezeigt von der "Spielbühne Wehrheim". Der gefährliche Spießbürger steht im Mittelpunkt von Thomas Bernhards "Der deutsche Mittagstisch", es spielt das „mod.theater aschaffenburg".
Klassisches Märchentheater zeigt das "Theater der Jugend" aus Paderborn am Samstag, 5. Oktober, mit "Hans im Glück". Frei nach Molière inszeniert das Theater mit behinderten Menschen „Phönix" aus Hanau "Der eingebildete Kranke". Der Titel einer politischen Komödie über Randgruppen heißt Paisatges -Landschaften; damit ist das Ensemble „D'Acord de Cor" zu Gast. Eine Premiere präsentiert das Theater „Alte Feuerwache" aus Bad Nauheim: Gefährliche Liebschaften. Als „Plädoyer für die Natur" sieht das Ensemble „Agora" aus Belgien seine Inszenierung "Der Mann, der die Bäume pflanzte" an.
Und sogar Marionetten sind bei den Amateurtheatertagen vertreten. Geführt werden sie vom Ensemble „Lollipop" aus Manubach am 6. Oktober. "Bärenstück - Bärenglück" ist geeignet für Kinder ab drei. Noch einmal Seniorenkabarett mit den „Grauen Zellen" gibt es: "Von allen guten Geistern" handelt von einem Engel, der auf der Erde Basisarbeit mit alten Menschen leistet. Zum Abschluss laden die „Dubiosen Machenschaften" aus Hanau zur "Geschlossenen Gesellschaft" von Sartre.
Das Programm kann im Internet nachgelesen werden, unter www.HT-Hanau.de. Karten gibt es unter Telefon: 06181/256684.
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