Theater Alte Feuerwache e. V.

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Intrigant, erotisch, tödlich

 

"Gefährliche Liebschaften": TAF bietet auf der Bühne im Badehaus großartiges Theaterspiel
Von Susann Barczikowski

BAD NAUHEIM. Geniale Besetzung, überzeugendes Spiel und dichte Inszenierung - "Gefährliche Liebschaften" als heiterer, entlarvender Blick auf die moralischen Abgründe der adeligen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts erwies sich auf der Bühne als absolut gelungen. Erotik, Verführung und miese kleine Intrigenspiele um Verrat und Betrug stehen im Vordergrund der gesellschaftskritischen Romanvorlage Choderlos Laclos. Das Theater Alte Feuerwache bot in der Bühnenpremiere am vergangenen Freitagabend eine fesselnde, kompakte Inszenierung nach Christopher Hamptons Oskar nominierter Filmversion.

 

Caro Cuntz, Béatrice Deschamps und Viola Muscolo

Die Hofdamen tauschen eifrig Neuigkeiten aus.
Von links: Madame de Volanges (Carolin Cuntz), Madame de Rosemonde (Béatrice Deschamps) und Madame de Tourvel (Viola Muscolo).
Das Thema: Gefährliche Liebschaften im TAF

Dass das TAF-Ensemble in seinem neuen Stück unter der Regie von Viola Musculo und Pia Nußbaum nicht nur durch Sprache und mimisches Spiel überzeugte, sondern das Stück auch durch Bühnenbild und Requisite zu einer äußerst wirkungsvollen Darbietung geriet, ließen die szenische Aufführung (mit nur einer Pause) trotz einer Spielzeit von mehr als drei Stunden zu einem kurzweiligen Genuss werden. Einzig: Die Gedichte hätten fehlen dürfen. Vor allem optisch, gaben doch die opulenten historischen Kostüme (Gila Fink und Kerstin Schulz) mit den weit ausladenden Hüftpartien und Rüschen besetzten Oberteilen mitunter frivole Einblicke in knisternde Erotik - trotz Unmengen stofflicher Hüllen. Dass diese letztlich doch nicht fielen, sondern immer nur andeutungsweise zurecht gerückt wurden, machte das Stück um so reizvoller. Die erotischen Szenen - ganz grandios gespielt die Szene des Briefe schreibenden Valmonts, der sich in freudiger Erregung hinter der sich rücklings anbietenden Hure Émilie (Sandra Meißner) in verbalen Ergüssen erging, erregten ganz zweifellos die Fantasie der Zuschauer.

Die pikanten Szenen wirkten weder peinlich noch plump. Das zeigte einmal mehr, wie gut die Darsteller ihre Rollen beherrschten. Christian Neumeyer erwies sich als geniale Besetzung in der Rolle des skrupellosen und ebenso galanten Verführers und "Seele eines Wüstlings" - ebenso doppeldeutig wie tiefsinnig. Nicht minder brillant Martina Mischke als Marquise de Merteuil, die allein durch Mimik mehr auszudrücken vermag als mit tausend Worten.

"Gefährliche Liebschaften" lebt von der Sprache und mimischer Umsetzung. Aktionsreiches Spiel bleibt außen vor, einzig das Duell zwischen Valmont und dem jugendlichen Liebhaber der Marquise, Danceny (Michael Scholz). Absolut süß Julia Raab in der Rolle der Cécile de Volange, die sich im Laufe der Handlung von der unschuldigen Kindfrau zur gelehrigen Geliebten Valmonts entwickelt, weil sie Geschmack an den heißen Liebesnächten mit ihm findet.

Im Gegensatz zu der opulenten Kostümen ist das Bühnenbild streng zurückgenommen. Im Mittelpunkt stehen hier zwei Sofas und ein Sessel in unterschiedlichen Rottönen, deren symbolische Bedeutung im Verlaufe des Intrigenspiels dem Zuschauer nicht verborgen bleibt. Die erotischen Szenen bleiben dem roten Sofa vorbehalten, machtvolle Entscheidungen werden dagegen auf dem leuchtend orangen Sessel (Phallus) getroffen, während das lila Sitzmöbel (nahezu) neutral bleibt: Merteuil und Valmont beginnen dort ihr intrigantes Gesellschaftsspiel, das alles erlaubt, nur nicht wahre Liebe. Doch gehen beide zu weit, um den Ruf der ehrbaren Madame Tourvel (Viola Muscolo) zu zerstören. Am Ende haben Valmont und die Marquis alles verloren. Valmont ist tot und die Marquis allein.

• "Gefährliche Liebschaften", Theater Alte Feuerwache, Badehaus 2,: Die nächsten Aufführungen sind am kommenden Samstag, 26. Oktober, 19.30 Uhr, Sonntag, 27. Oktober, 19 Uhr. Nähere Informationen über www.taf-badehaus2.de. Karten im Vorverkauf über die Buchhandlung am Park, Parkstraße 20 in Bad Nauheim.

 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2002
Dokument erstellt am 22.10.2002 um 00:02:02 Uhr
Erscheinungsdatum 22.10.2002

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